Mit unterschiedlichen Vorzeichen

  24.09.2022 •     Handball Männer Männer 1
Die Handballer des TSV Schmiden und des TV Oeffingen sind an diesem Samstag, 20 Uhr, daheim gefordert, der Ligakonkurrent SV Fellbach spielt auswärts.

Die Nachwirkungen des ersten Spieltags in der Württemberg-Liga waren bei den Handballtrainern der drei Vereine aus Fellbach auch noch Tage später zu spüren – allerdings recht unterschiedlich. Benjamin Brack vom TV Oeffingen musste noch die deutliche 24:36-Niederlage beim SV Leonberg/Eltingen verdauen; Andreas Blodig vom SV Fellbach schleppte sich nach dem 26:26-Unentschieden im Stadtderby gegen die Gäste aus Schmiden mit einer fiebrigen Erkältung in die Woche. Und Hagen Trostel, der neue Coach des TSV Schmiden, blickt nach der Leistung seiner Mannschaft in der zweiten Spielhälfte positiv auf die nächsten Aufgaben. An diesem Samstagabend, 20Uhr, gastiert der Verbund der HSG Albstadt in der Schmidener Sporthalle. Nur 15 Minuten Fußweg entfernt empfangen die Oeffinger Handballer zur selben Zeit und zu ihrem ersten Heimspiel der Saison die Vertretung des TV Neuhausen. Das Team des SV Fellbach spielt – ebenfalls um 20 Uhr – in der Kreuzberghalle bei der SG Lauterstein.

 

So ein Nachbarschaftstreffen hinterlässt Spuren, auch wenn es zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison nicht als Standortbestimmung dient. Die beiden Absteiger SV Fellbach und TSV Schmiden haben sich nach zwei ganz unterschiedlichen Spielhälften mit einem Remis getrennt. „Es hat eine Weile gedauert, bis die Mannschaft sich auf meinen Matchplan eingelassen hat“, sagt Hagen Trostel, der in seiner Pausenansprache nach dem 9:14-Rückstand offensichtlich die richtigen Worte gefunden hat. Als die Spieler auf dem Feld dann noch einen Kreis bildeten, überließ er dagegen Moritz Grimm den finalen Motivationsschub. „Da habe ich mich schon immer zurückgehalten, ich bin nicht so der Lautsprecher“, sagt der TSV-Coach. Im zweiten Saisonspiel kann er voraussichtlich auf alle Akteure zurückgreifen, auch Leonard Gühne ist zurück im Aufgebot.

Beim SV Fellbach sind Constantin Schäfer und Felix Wente wieder dabei, auch wenn sie noch Trainingsrückstand aufweisen. Ob Andreas Blodig an diesem Samstag wieder einsatzbereit sein wird, entscheidet sich erst kurzfristig. Eigentlich hätte der Spielertrainer sich gern wie gewohnt den nächsten Gegner im Videoportal angesehen, doch offenbar gab es technische Probleme beim Anbieter. „Wir haben noch nie gegen die Lautersteiner gespielt. Jetzt hoffen wir mal, dass sie auch von uns nicht viel wissen“, sagt Andreas Blodig und lacht dabei. Nicht nur aufgrund des Unentschiedens zum Rundenstart erwartet der 35-Jährige eine ausgeglichene Saison in der Württemberg-Liga, die wohl zugleich seine letzte als Spieler sein wird.

Der Trainer Benjamin Brack hatte früher nach Misserfolgen oftmals schlaflose Nächte, doch diesmal war das anders. Wohl deshalb, weil die Niederlage für ihn nicht überraschend kam. „Bei uns ist der personelle Umbruch zu groß gewesen, die Automatismen fehlen, das Timing und die Abstimmung auch. Wir haben viele Baustellen, das ist eine Qualitätsfrage“, sagt der Coach des TV Oeffingen. In Jakob Jungwirth, Florian Probst, Ben Soika oder auch Lars Claren fehlen ihm wichtige Stützen, die zuletzt noch maßgeblich am Sprung aus der Verbandsliga beteiligt waren. „Das Team muss jetzt kämpferisch über sich hinauswachsen“, sagt Benjamin Brack vor dem Heimspiel an diesem Samstag gegen die Gäste des TV Neuhausen.

erstellt von Maximilian Hamm von der Fellbacher Zeitung