Der Handball in Fellbach ruht
  30.10.2020 •     Handball Jugend Männer Männer 1 Männer 2 Männer 3 Männer 4 Frauen Frauen 1 Frauen 2 Frauen 3

Handballspiele fallen nun selbst unter Corona-Bedingungen weg. Foto: Patricia Sigerist

Der SV Fellbach dürfte, kann aber nicht. Der TSV Schmiden dürfte, will aber nicht. Andere dürfen nicht.

Der Abteilungsleiter Dieter Pfeil und der Spielertrainer Andreas Blodig waren sich bis zuletzt einig: Die Handballer des SV Fellbach sollten in der Baden-Württemberg-Oberliga so lange weiterspielen,  wie sie dürfen. Sie hätten auch am Samstagabend ihr Heimspiel gegen die Gäste der TSG Söflingen noch ausrichten dürfen, weil die Einschränkungen im Amateursport von Seiten der Politik erst von  Montag an gelten. Auch der Vorstand von Handball Baden-Württemberg, der für die vierthöchste deutsche Spielklasse zuständig ist, hat nach einer Umfrage bei den beteiligten Vereinen entschieden, diesen Spieltag noch abwickeln zu wollen, bevor dann im November der Ball ruht. Im Fall des Tabellenführers SV Fellbach hat das Coronavirus sich schon in dieser Woche in den Spielplan eingemischt. In der Mannschaft der TSG Söflingen, die vom ehemaligen SVF-Spieler Steffen Klett trainiert wird, ist jüngst ein Spieler positiv getestet worden, deshalb musste die Begegnung abgesagt werden.

Auch der Ligakonkurrent TSV Schmiden hätte am Samstagabend noch einmal spielen dürfen, der Verbund des TuS Schutterwald wäre zu Gast gewesen – doch die Verantwortlichen hatten schon vorab „aufgrund der weiterhin rapid steigenden Infektionszahlen“ (Abteilungsleiter Wolfgang Bürkle) auf einen Einsatz verzichtet. Für die Frauen des HC Schmiden/Oeffingen in der Württemberg-Liga, die Männer des TV Oeffingen in der Verbandsliga sowie alle Teams in den Spielklassen darunter hatte der Handballverband Württemberg (HVW) in dieser Woche – unabhängig von der Entscheidung aus der Politik – bereits beschlossen, alle Spiele ab sofort und bis zum Verbandstag am 28. November auszusetzen.

Die Handballer des SV Fellbach haben in dieser Woche vor der Spielabsage noch wie gewohnt in der heimischen Zeppelinhalle trainiert und sich auf die nächste Begegnung vorbereitet. Andreas Blodig ist aber froh, dass jetzt eine einheitliche Entscheidung getroffen wurde. Es den Vereinen zu überlassen, ob sie spielen wollen oder nicht, hielt er für die falsche Lösung. Nun kann auch er nur abwarten, ob dieser handballfreie November tatsächlich die notwendige Besserung herbeiführen wird. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wir in diesem Jahr noch einmal spielen. Wir brauchen ja eine gewisse Vorbereitungszeit, bevor wir wieder in den Ligabetrieb einsteigen können“, sagt er.

Die Fellbacher Mannschaft war mit drei Siegen nacheinander ausgesprochen gut in diese neue Saison gestartet. Sie hätte wohl gern weitergespielt und die Erfolgsserie ausgebaut. Dieter Pfeil sieht nach dieser erneuten Zwangspause aber vielmehr gravierende Folgeschäden auf die Amateurvereine zukommen. Dementsprechend kommentiert er die jüngsten Beschlüsse: „Ich bin mega enttäuscht über die Entscheidung der Politik, weil aus dem Sport nachweislich so gut wie keine Infektionsketten bekannt sind.“ Wolfgang Bürkle ist der Überzeugung, dass die Hinrunde erst im Januar fortgesetzt werden kann: „Wir brauchen eine rechtzeitige Entscheidung, einen Vorlauf von acht Wochen, damit die Teams sich richtig vorbereiten können.“ Be i den Handballern des TSV Schmiden ist das Training schon seit der vergangenen Woche ausgesetzt, auch bei den Männern um den Trainer Slavko Pustoslemsek ruht der Ball.

erstellt von Maximilian Hamm von der Fellbacher Zeitung