Derby-Spektakel im Pumakäfig: M1 feiern 41:37-Heimsieg gegen Waiblingen

  02.11.2026    Männer 1
450 Zuschauer, 78 Tore und ein überragender Joey König: Die Schmiden Pumas haben das mit Spannung erwartete Rems-Murr-Derby gegen den VfL Waiblingen mit 41:37 (19:18) für sich entschieden. In einer temporeichen und umkämpften Begegnung setzte sich die Mannschaft von Trainer Richard Babjak vor allem dank einer starken zweiten Halbzeit durch und kletterte auf den dritten Tabellenplatz der Regionalliga Baden-Württemberg.

Von der ersten Minute an war im Pumakäfig alles angerichtet für einen besonderen Handballabend. Beide Mannschaften lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, bei dem die Offensivreihen dominierten und die Abwehrreihen auf beiden Seiten immer wieder vor große Probleme gestellt wurden. Die Pumas legten vor, Waiblingen antwortete – und so entwickelte sich eine torreiche erste Halbzeit, in der sich keines der beiden Teams entscheidend absetzen konnte.

Im Mittelpunkt stand dabei vor allem ein Spieler: Joey König. Der Schmidener Spielmacher erwischte einen herausragenden Abend und stellte die Waiblinger Defensive mit seiner Schnelligkeit, seinen überraschenden Richtungswechseln und seiner Abschlussstärke immer wieder vor unlösbare Aufgaben. Zwölf Treffer aus dem Spiel heraus standen am Ende für die Nummer 7 zu Buche. Doch nicht nur König überzeugte: Auch Robin Paul und Eric Geßwein präsentierten sich in hervorragender Verfassung und sorgten gemeinsam mit ihren Mitspielern für mächtig Druck aus dem Rückraum.

Auf der Gegenseite hielt insbesondere Niklas Leukert die Gäste mit insgesamt 13 Treffern im Spiel. Trotz zahlreicher Zeitstrafen und einer Roten Karte gegen den ehemaligen Schmidener Alexej Prasolov-Beer in der 25. Minute blieb die Begegnung bis zur Halbzeit vollkommen offen. Kurz vor dem Seitenwechsel gelang Waiblingen sogar die einzige Führung des Abends, ehe Joey König mit seinem Treffer zum 19:18 für den knappen Schmidener Pausenstand sorgte.

Pumas drehen nach der Pause auf

Nach dem Seitenwechsel gelang es den Gastgebern zunehmend, das Spielgeschehen zu kontrollieren. Mit hohem Tempo, konsequentem Zug zum Tor und wichtigen Ballgewinnen erspielten sich die Pumas erstmals einen Vorsprung von drei Treffern. Besonders Torhüter Nicolai Wolf rückte nun in den Mittelpunkt. Mit mehreren entscheidenden Paraden brachte er die Waiblinger Angreifer zur Verzweiflung und setzte in der 47. Minute sogar selbst ein Ausrufezeichen, als er den Ball zum 32:28 ins verwaiste Gästetor beförderte.

Für eine besondere Geschichte sorgte dabei das familieninterne Torhüterduell: Während Nicolai Wolf im Schmidener Gehäuse zum wichtigen Rückhalt wurde, stand auf Waiblinger Seite sein älterer Bruder Dominik zwischen den Pfosten.

Auch taktische Umstellungen und offensivere Abwehrformationen der Gäste konnten die Schmidener Angriffsmaschinerie nicht mehr stoppen. Immer wieder fanden die Pumas die passende Antwort und bauten ihren Vorsprung zwischenzeitlich auf sechs Tore aus. Neben dem überragenden Joey König überzeugte auch Paul Feirabend, der mit acht Treffern und einer makellosen Leistung vom Siebenmeterstrich seinen Anteil zum Erfolg beisteuerte.

In der Schlussphase ließen sich die Hausherren den verdienten Derbysieg nicht mehr nehmen. Mit 41:37 brachten die Pumas den zweiten Heimsieg in Folge unter dem lautstarken Jubel der 450 Zuschauer sicher über die Ziellinie.

Geschlossene Mannschaftsleistung als Schlüssel zum Erfolg

Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Pumas-Trainer Richard Babjak insbesondere mit der Offensivleistung seiner Mannschaft hochzufrieden. Neben dem herausragenden Joey König hob er die Leistung des gesamten Rückraums hervor. Lediglich die 37 Gegentore und die phasenweise anfällige Defensive boten Anlass zur Kritik.

Auch Gästetrainer Tim Baumgart erkannte den verdienten Erfolg der Schmidener an. Seine Mannschaft habe offensiv zwar überzeugt, defensiv jedoch zu selten Zugriff bekommen. Besonders gegen die schnellen und variablen Schmidener Angreifer fand der VfL über die gesamte Spielzeit kaum ein Mittel.

Mit dem Derbysieg verbessern sich die Schmiden Pumas auf 11:7 Punkte und springen auf den dritten Tabellenplatz. Der Aufsteiger bleibt damit in der Spitzengruppe der Regionalliga Baden-Württemberg und bestätigt einmal mehr seine starke Frühform. Für den VfL Waiblingen hingegen bleibt die Situation mit lediglich drei Punkten aus acht Spielen schwierig.

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Pumas allerdings nicht. Bereits die nächste Begegnung verspricht erneut Derby-Atmosphäre, wenn es gegen die SG Weinstadt geht. Nach dem überzeugenden Auftritt gegen Waiblingen dürfte das Selbstvertrauen der Schmidener jedenfalls groß sein.

 

Bild: just.some_streetart