Überlegener Sieger im Spitzenspiel
  24.12.2018 •     Handball Männer Männer 1

Lukas Lehmkühler (mit Ball) überzeugt als umsichtiger Spielgestalter und zehnfacher Torschütze. Foto: Patricia Sigerist
Der Tabellenführer TSV Schmiden gewinnt in der Württemberg-Liga beim VfL Waiblingen mit 30:23 und ist dem Gegner im Klassement damit fünf Punkte voraus.

Jan Hellerich hat sich acht Minuten vor dem Spielende unter die rund 600 Zuschauer in der Waiblinger Rundsporthalle gemischt. Was er da am Freitagabend von der Tribüne aus sah, dürfte ihm ausgesprochen gut gefallen haben. Dabei war es völlig unerheblich, dass ihm zuvor vergleichsweise magere zwei Tore gelungen waren oder dass er nach der dritten Zeitstrafe zwangsweise das Feld verlassen hatte. Die Handballer des TSV Schmiden waren in diesem Spitzenspiel der Württemberg-Liga dem gastgebenden VfL Waiblingen um den Oeffinger Trainer Tim Baumgart überlegen und gewannen ihre finale Begegnung des Jahres mit 30:23 (14:13). Die Mannschaft um den Trainer Henning Fröschle hat damit die Tabellenführung eindrucksvoll bestätigt und den Gegner, den der Schmidener Coach zuvor noch als aussichtsreichsten Aufstiegskonkurrenten bezeichnet hatte, auf Abstand gehalten – der beträgt nunmehr fünf Punkte.

„Wir sind gut ins Spiel gekommen, die Abwehr hat perfekt funktioniert. Wir waren insgesamt klar die bessere Mannschaft“, sagte Henning Fröschle. Der Schmidener Abwehrverbund hat deshalb so gut funktioniert, weil Moritz Klenk sich darin als Führungsspieler auszeichnete und weil Marco Kolotuschkin mit seiner offensiven Verteidigung die Gastgeber frühzeitig störte. Beide Spieler waren am Freitagabend im Angriff nicht so auffällig, das war aber auch nicht nötig. Für die Treffer waren andere zuständig. Fabian Baldreich erzielte aus dem Rückraum – gewohnt treffsicher – neun Tore. Ein Sonderlob des Trainers bekam aber auch Lukas Lehmkühler, der nicht nur als umsichtiger Spielgestalter glänzte, sondern mit zehn Treffern auch noch der erfolgreichste Werfer seines Teams war. Nur kurz nach der Pause schwand vorübergehend die Überlegenheit der Schmidener Handballer, als die Gastgeber zum 14:14 ausgleichen konnten. „Da haben wir kurzzeitig den Mut verloren und sind nur noch quer gelaufen“, sagte Henning Fröschle. Doch schon Minuten später zog das TSV-Team wieder davon.

Die Akteure aus Schmiden hatten im Gastspiel beim VfL Waiblingen nicht nur auf Christoph Acker  verzichten müssen, kurzfristig fiel verletzungsbedingt auch noch Matthias Fischer aus. Benedikt Krauß und der Tormann Maximilian Baldreich waren zwar mit dabei, kamen jedoch ebenfalls nicht ins Spiel. Und so kam Marc Hellerich in Vertretung des gut aufgelegten Jan David zwischen den Pfosten zu einem Kurzeinsatz. Und das ist vielleicht der einzige Grund, wieso Jan Hellerich gegen Ende der Begegnung in der Waiblinger Rundsporthalle, als das Spiel schon entschieden war, ganz gern noch aktiv dabei gewesen wäre: Er hätte dann die Chance gehabt, mit seinem Vater gemeinsam auf dem Spielfeld zu stehen. Das wäre an diesem Abend im Spitzenspiel der Württemberg-Liga noch ein ganz besonderer Moment gewesen.

TSV Schmiden: David, Maximilian Baldreich, Marc Hellerich – Lehmkühler (10), Fabian Baldreich (9), Klenk (3), Büchte (3/2), Jan Hellerich (2/1), Junker (1), Müller (1), Stump (1), Kolotuschkin, Krauß.

erstellt von Maximilian Hamm von der Fellbacher Zeitung