Pokalspiel als lästige Pflichtaufgabe
  05.11.2018 •     Handball Männer Männer 1

Matthias Fischer (mit Ball) kann sich nur selten durchsetzen. Foto: Patricia Sigerist
Lukas Lehmkühler (mit Ball) ist mit acht Toren der beste Werfer beim TSV Schmiden. Foto: Patricia Sigerist
Die Mannschaft des TSV Schmiden verliert am Sonntagabend in der zweiten Runde des Wettbewerbs beim Ligakonkurrenten VfL Waiblingen mit 25:33 und kann dabei weder im Angriff noch in der Verteidigung überzeugen.

Wenn die beiden Schiedsrichter bei einem Handballspiel jeweils einen Arm nach oben strecken, sollte sich die angreifende Mannschaft beeilen, denn ihr bleiben nur noch wenige Sekunden Zeit, um den Angriff abzuschließen. Am Sonntagabend haben die beiden Schiedsrichter Moritz Bühler und Fabian Riegraf ihre Arme ziemlich oft nach oben gestreckt, wenn die Handballer des TSV Schmiden im Angriff bemüht waren. In diesem Pokalspiel beim VfL Waiblingen war das aber auch ein deutliches Zeichen für die Gäste, dass ihnen wenig bis nichts eingefallen ist bei ihrem Offensivspiel. Und somit schied das Schmidener Team, das in der Württemberg-Liga auf dem dritten Tabellenplatz – und einen Rang vor dem VfL Waiblingen – steht, mit der 25:33-Niederlage in der zweiten Runde dieses Wettbewerbs um den Verbandspokal aus.

„Wir haben zu viele technische Fehler gemacht und haben ohne Mumm beim Abschluss gespielt“, sagte Gregor Schäfer, der am Sonntag in der Waiblinger Rundsporthalle den Cheftrainer Henning Fröschle vertrat. Zudem beklagte er das Fehlen eines Spielers, der Verantwortung übernimmt. Die Gäste aus Schmiden mussten noch immer auf Marco Kolotuschkin und Lars Crone verzichten, zudem fehlten in Moritz Klenk (immer wieder die Wadenverletzung) und Jan Hellerich (Urlaub) zwei Akteure, die diesen Part schon des Öfteren erfolgreich übernommen hatten. Allerdings sah auch Gregor Schäfer, dass diese Leistung nicht nur damit zusammenhing. War das Pokalspiel etwa nicht so wichtig für die Schmidener Handballer? „Eindeutig!“, sagte Gregor Schäfer. Besonders in der zweiten Spielhälfte, als die Gastgeber den Vorsprung erhöhten, war dies offensichtlich.

Zur Pause lagen Matthias Fischer und seine Mitspieler nur mit 14:16 zurück, doch schon wenig später vergrößerte sich dieser Rückstand auf sechs Tore; mit ihm bröckelte fortan auch der Widerstand. Der Abwehrverbund des TSV Schmiden zeigte Auflösungserscheinungen. „Der Gegner ist vorgejoggt und hat die Bälle reingemacht. Bei uns hat der Wille gefehlt, speziell in der Rückwärtsbewegung“, sagte Gregor Schäfer. Auf der anderen Seite sah der Trainer Tim Baumgart, viele Jahre selbst beim TSV Schmiden aktiv, eine gute Leistung seines Teams. Er konnte in der zweiten Spielhälfte gar die Gelegenheit nutzen, einigen seiner Spieler, die sonst nicht so sehr zum Zug kommen oder von einer Verletzungspause zurückgekommen sind, mehr Einsatzzeit zu verschaffen. „Wir haben Stabilität in unsere Abwehr bekommen, da wächst was zusammen bei uns“, sagte Tim Baumgart. Diese stabile Abwehr und der gut aufgelegte Tormann Ruben Keller waren zwei Gründe, wieso sich die Schmidener Handballer am Sonntagabend so schwertaten.

Lukas Lehmkühler (acht Treffer) und Mirko Büchte (sechs Treffer) waren vor den rund 200 Zuschauern mit Einzelaktionen erfolgreich und stachen aus dem Kollektiv heraus. Beim VfL Waiblingen war Sascha Laurenz, früher ebenfalls Spieler beim TSV Schmiden, mit acht Toren der treffsicherste Werfer in einem Angriffsspiel, das deutlich lebendiger war. Das bezeugten auch die beiden Schiedsrichter Moritz Bühler und Fabian Riegraf, die bei den Offensivbemühungen der Schmidener Handballer ziemlich oft die Arme streckten.

TSV Schmiden: David – Lehmkühler (8), Büchte (6/2), Fabian Baldreich (4), Junker (3), Acker (1), Fischer (1), Freyhofer (1), Müller (1), Paul Klenk.

erstellt von Maximilian Hamm von der Fellbacher Zeitung